Künstlerprofil

Verena
Unterpertinger

Arbeitet und lebt in Bozen,
Geboren 1979 im Pustertal

Künstlerische Praxis, Methode & Haltung

Verena Unterpertinger malt nicht das Auffällige, sondern das Flüchtige — jene Zustände, in denen Formen beginnen, sich zu entziehen.

Sie kam nicht über die Akademie zur Malerei, sondern über ihre Arbeit mit Menschen. Als ausgebildete Sozialbetreuerin lernte sie früh, genau hinzuschauen — auf Haltung, Präsenz, den Moment zwischen Anwesenheit und Rückzug. Dieses Beobachten ist die Grundlage ihrer Bildsprache geblieben. Direkt, unprätentiös, auf das Wesentliche konzentriert.

Seit 2009 arbeitet sie intensiv mit Acryl. Ihr Verfahren ist teils das der alten Meister: eine monochrome Grisaille-Untermalung, bevor Farbe und Licht die endgültige Wirkung formen. Das Bild entsteht durch Verdichten und Zurücknehmen, durch Entscheidungen darüber, was sichtbar bleibt und was sich entzieht.

Seit 2016 kreist ihre Arbeit um das Wasser. Nicht als Motiv, sondern als Medium der Frage: Was passiert mit dem Körper — mit Identität, Nähe, Erkennbarkeit — wenn eine Schicht zwischen ihn und den Blick tritt? Brechung, Reflexion, Kondensat. Die Figur bleibt präsent, aber verändert. Konturen werden Zonen. Das Porträt wird zur Geste. Emotionen nehmen Raum ein.

Ihre Bilder sprechen von Zuständen des Dazwischen — zwischen Nähe und Entzug, zwischen Sichtbarkeit und Verborgenheit, zwischen dem, was ein Körper ist, und dem, was ihn umhüllt.

Schichtmalerei

Die meisten Werke beginnen mit einer grauen, Untermalung, diese legt Licht und Struktur fest — bevor Farbe hinzukommt, ist das Bild bereits gedacht. Diese Tiefe ist im fertigen Werk spürbar, auch wenn sie nicht sichtbar ist.

Figur & Oberfläche

Der menschliche Körper ist ihr Ausgangssujet — aber nicht als Abbild. Unterpertinger interessiert die Figur in Zuständen der Transformation: unter Wasser, hinter Glas, durch Schichten hindurch. Die Oberfläche wird zum eigentlichen Bildgegenstand.

Kontrolle & Loslassen

Technische Präzision und malerische Offenheit schließen sich für sie nicht aus — sie bedingen einander. Klare Formen stehen neben aufgelösten Übergängen. Das Bild ist fertig, wenn es beginnt, etwas Eigenes zu sagen

Stationen

2009-2011

Einstieg & erste Öffentlichkeit

Beginn der intensiven Auseinandersetzung mit Acrylmalerei. Erste Einzel- und Gruppenausstellungen Teilnahme an der Kunstmesse Reggio Emilia.

2012-2015

Porträt & Experiment

Vertiefung der Porträtmalerei. Gemeinschaftsausstellung in Düsseldorf und Bozen. Lehrtätigkeit an der Lichtenburg und in inklusiven Projekten. Zusammenarbeit mit Marlene Haller.

2016-2019

Water-Serie: Figur unter Oberflächen

Beginn der systematischen Erkundung von Wasser als Bildmedium. Einzelausstellung Kleine Galerie Bozen. Gruppenausstellung „WATER“. Die Serie wird zum zentralen künstlerischen Projekt.

2020-2026

Reifephase: Dazwischen

Die Water-Serie entwickelt sich zur Untersuchung von Zwischenräumen und Wahrnehmung. Reduktion, stärkere Atmosphäre, konzentriertere Bildräume. 2026: Neues Werk „Dazwischen“ — die Schicht vor dem Bild als eigentliches Sujet.

Eindrücke