Verena Unterpertinger

Dazwischen

Water Serie 2026

Verena Untpertinger

Dazwischen

2026

Weiterentwicklung der Wasser-Serie (2026)

2026 rückt in Verena Unterpertingers Wasser-Serie das „Davor“ noch stärker ins Zentrum: nicht die Figur als eindeutiges Motiv, sondern die Schicht, die zwischen Blick und Körper liegt. Kondensat, Tropfen und Schlieren werden zu einer eigenen Bildsprache – wie eine Membran, die Sichtbarkeit herstellt und gleichzeitig begrenzt.

Im Vergleich zu früheren Arbeiten wirkt die Serie in dieser Phase konzentrierter und reifer: Der Realismus bleibt als Fundament spürbar, doch er wird bewusst gebrochen. Die Figur erscheint nur noch als Andeutung, als weiche Präsenz hinter einer Oberfläche, während das Wasser (oder die wasserähnliche Struktur) die eigentliche Hauptrolle übernimmt. Dadurch verschiebt sich die künstlerische Entscheidung weg von „Abbilden“ hin zu „Setzen“: Was darf klar sein? Was bleibt offen? Wo entsteht Spannung durch Unschärfe, Überlagerung und Rhythmus?

Künstlerisch zeigt sich hier eine Weiterentwicklung in zwei Richtungen. Erstens in der Reduktion: weniger erzählerische Details, mehr Fokus auf Tonwerte, Übergänge und Atmosphäre. Zweitens in der Materialität: Tropfen wirken fast haptisch, als wären sie aufgesetzt, während die darunterliegende Ebene malerisch zurücktritt. Das eröffnet neue Möglichkeiten – nicht nur formal, sondern auch emotional: Die Bilder sprechen stärker von Distanz, Intimität, Schutz und dem fragilen Moment zwischen Nähe und Entzug.

Artwork